Vorausschauende Wartung mit Festo
KI-Apps, damit das Fließband nicht stillsteht
Jedes Mal, wenn sich die Schweißzange schließt und es blitzt, verbindet sie nicht nur zwei Autobleche, sie gibt auch jede Menge Informationen preis: Stimmt der Druck? Deuten verstärkte Vibrationen auf Verschleiß hin? Werden diese und andere Daten erfasst und richtig ausgewertet, kann das die Maschine vor unerwarteten Ausfällen schützen.
Die Szene ist eine typische Anwendung von künstlicher Intelligenz in der Autoproduktion. Automatisierungsspezialist Festo liefert hier nicht nur den Antrieb für die servopneumatische Schweißzange, sondern gibt ihr, bildlich gesprochen, auch Augen und Ohren. Das kontinuierliche Erfassen und Auswerten von Informationen ermöglicht es, die Zange präventiv zu warten, so dass sie nicht plötzlich den Dienst quittiert.
Geplante Reparatur statt plötzlichem Fließband-Stopp
Festo berichtet von einem Autohersteller, der im Karosseriebau weltweit 2.500 servopneumatische Schweißzangenroboter im Einsatz hat. Dank eines Systems von Festo für Predictive Maintenance, also die vorausschauende Wartung, haben sich die Ausfallzeiten hier um ein Viertel verringert. Die Schweißzangen werden jetzt nur noch in produktionsfreien Zeiten repariert – ohne dass ungeplant das Fließband angehalten werden muss.
Lösungen zum Überwachen von Komponenten wie pneumatischen Antrieben bietet Festo mittlerweile als „Industrial Apps“ an. Das Unternehmen aus Esslingen am Neckar verspricht Anwendern standardisierte KI-Anwendungen, die sie selbst installieren können. Plug and Play: Ohne eigenes KI-Know-how sollen sich die Apps einsetzen lassen und so Verfügbarkeit, Leistung und Qualität von Anlagen optimieren. Damit die Verantwortlichen in der Produktion sofort sehen, was Sache ist, werden die Daten auf intuitiven Dashboards dargestellt.
Industrial App bald auch zum Überwachen des Energieverbrauchs
Auf der Hannover Messe zeigt Festo die Anwendung der Industrial Apps an seinem Stand. „AX Motion Insights Pneumatic“ ist die Anwendung aus dem Beispiel in der Autofabrik, die Anomalien im Verhalten von pneumatischen Antrieben erkennt. „AX Data Access“ sammelt Informationen aus unterschiedlichen Festo-Komponenten und stellt diese anderen Anwendungen zur Verfügung. Auch diese App dient dazu, Prozesse zu überwachen und Ausfallzeiten zu verringern. Eine dritte App, „AX Motion Insights Electric“, veröffentlicht Festo im April. Sie dient der vorausschauenden Wartung von elektrischen Antrieben.
Derzeit geplant ist noch eine weitere KI-App: „AX Energy Insights“. Sie soll Abweichungen im Energieverbrauch melden. Bis es so weit ist, müssen sich Anwenderfirmen noch etwas gedulden. Festo stellt die Anwendung für vierte Quartal in Aussicht.
Jedes Mal, wenn die Schweißzange zwei Bleche verbindet, erzählt sie auch, wie es ihr geht. Über eine Industrial App lässt sich ihr Zustand überwachen und die Wartung planen. (Foto: Festo)